Saturday, 19 May 2012
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Wednesday, 09 December 2009 18:13

Nun, es hat Tradition, das Flugzeuge getauft werden und Namen von Persönlichkeiten, Städten oder aber auch fiktive Namen erhalten. Die meisten Film- und Luftfahrtfreunde kennen sicherlich die „Memphis Belle“ ein Flying Fortress Bomber aus dem zweiten Weltkrieg.

Fluglinien taufen Ihre Flugzeuge meist auf Städtennamen zu Ehren der angeflogenen Destinationen. Aber auch David Potuznik, der eine Tiger Moth sein Eigen nennen darf, hat sein Flugzeug auf den klingenden Namen „Miss Lucie“ getauft. 

Unsere kleine Rote hatte ja bereits einen Namen, der Ihr von unserem Vorbesitzer gegeben wurde. „Lynn“ nannte er Sie, so wie sein Töchterchen. So kam unser Flugzeug auch zu Ihrem Kennzeichen D-ELYN. 

Als nun Thomas Herrele unserer Runde beitrat, bekundete er ein Fan von Nosearts und dazupassenden Fliegernamen zu sein. Nosearts sind auffällige und aufwändige Bemalungen, sowie das vielerorts bekannte Haifischgebiß an der Nase von Flugzeugen. Also machten wir uns daran einen Namen für unsere Maschine zu finden. Als ich dieses Thema einmal im Gespräch mit meiner Freundin anschnitt, ergab sich eine interessante Verkettung. Zuerst stand der Spitzname „Kleine Rote Zicke“ auf dem Prüfstand.

Warum nennen wir unseren kleinen roten Doppeldecker eigentlich so? Naja, Groß ist Sie ja wirklich nicht und Blau auch nicht unbedingt, aber Zicke? Eine Pitts zu fliegen bedeutet vor allem am Anfang Schwerstarbeit! Beim Start und bei der Landung will das Ding aufgrund des Motordrehmomentes und des kurzen Rumpfes in alle Richtungen nur nicht Geradeaus. Auch bei den ersten Kunstflugmanövern bemerkt man sehr bald, das aktiv geflogen werden muß. Läßt man das Seitenruder einmal links liegen, findet man sich sehr bald in einer nicht gewollten Lage. Das wir vom Austrian Aerobaticteam alle professionelle Linienpiloten sind, heißt nicht automatisch das man eine Pitts fliegen kann. Das mußten wir alle 5 zur Kenntnis nehmen und uns intensiv auf den ersten Alleinflug vorbereiten. Damit erklärt sich auch der Spitznamen „Zicke“.

 

Da nun die Fliegerei zum Großteil von der englischen Sprache beherrscht wird und heutzutage ohnehin alle Anglizismen „cool“ sind, galt es einen passenden englischen Ausdruck zu finden. Wieder war meine Freundin diejenige, die aufgrund längerer Aufenthalte in den USA, den richtigen Verweis lieferte:   

SPUNKY [mutig, feurig, couragiert, draufgängerisch]

 

 MISTRESS [Herrin, Lehrerin, Gebieterin] 

Mehr muß man eigentlich gar nicht mehr erläutern, feurig 100 % , draufgängerisch 100%, Herrin 100%, Lehrerin 100%, Gebieterin zumindest am Anfang 100%.

So jetzt fehlt nur mehr das richtige Noesart. Ein bißchen verhält dich die Kleine ja wirklich wie eine Hexe. Somit lag eine solche als Nasenschmuck sehr nahe. Zur Auswahl standen Comicfiguren und eben lasziver gekleidete Damen auf Besen reitend. Mit breitem Grinsen war auch hier bald eine Einigung getroffen!

Bei meiner Recherge im Internet fand ich noch eine einzige Namensgleichheit. Es gab in der Geschichte bereits einmal eine Spunky Mistress.  

Nell Gwynne 1650-1687 

Diese Dame verstand es den englischen König Charles II, der offensichtlich ein schlimmer Finger war, zu angeln und sich über 17 Jahre hinweg als Mätresse interessant zu halten. Offensichtlich waren Ihre Mittel dazu nicht immer konservativ und durchaus originell. Als sich der König einmal beim Angeln darüber beschwerte keinen Fang zu machen, zog sie einen gebratenen Fisch an seinem Standplatz vorbei. Auch bei Ihren Konkurrentinnen verstand Sie es sich schlagfertig Respekt zu verschaffen. Also durchaus Ähnlichkeiten mit unserer kleinen roten Zicke. 

Eines hat unsere Maschine der Dame allerdings voraus, Nell Gwynne wurde nur 37 Jahre alt. Unsere Perle hingegen erfreut sich mit 38 Jahren noch immer bester Gesundheit und erstrahlt mit Ihrem neuen Nasenschmuck im vollen Glanz. 

 

 

Keep the „Nose“ up 

Erik

Last Updated ( Wednesday, 09 December 2009 18:31 )